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Da Höhlen wohl ganz offensichtlich in eine bestimmte Kategorie von Sehenswürdigkeiten gehören, versucht man sie teilweise auch zu vergleichen. Je mehr Höhlen man jedoch besichtigt hat, desto
mehr wird einem klar, dass sie nicht vergleichbar sind. Die Grotte des Demoiselles gehört zu den prächtigsten Höhlen, die wir auf unseren Streifzügen bisher besichtigt haben. Während andere Höhlen, wie z.B. die
Grotte de Trabuc überwiegend durch Formen bestechen, so beeindruckt die Grotte des Demoiselles bereits durch schiere Größe. Schon der Zugang unterscheidet sich von anderen Höhlen. Ist man es sonst gewohnt, über
glitschige Treppen in eine kalte Tiefe zu steigen, so fährt man hier mittels eines Schrägaufzuges nach oben in den Berg ein. Auf halbem Weg lauert in einer Wandnische eine Rekonstruktion eines Höhlenbären, die aber
mehr lustig als schrecklich aussieht. Dennoch ist es kein reiner Touristengag, denn in der Höhle wurden tatsächlich Skelettreste von Höhlenbären gefunden. Während die ersten Räume der Höhle noch recht unspektakulär
sind, naht bald das erste Highlight. Die Höhle hat einen natürlichen Zugang (über den man sich aber sonst abseilen müsste). Die Mischung aus Tageslicht und Kunstlicht schafft in dem Raum der Höhle eine ganz
eigenwillige Stimmung. Während unterhalb der Öffnung Felsbrocken und Knochenreste herabgestürzter Tiere liegen, beginnen ein paar wenige Meter weiter bereits prächtige Formationen. Man verlässt diesen Bereich
dann wieder und dringt weiter bis ins Innere des Berges vor. Dort erwartet einen der Höhepunkt der Besichtigung, die Cathedrale Souterrain. Nun ist ja bekannt, dass gerade Höhlenführer nicht unbedingt zaghaft mit
Vergleichen umgehen, aber wir waren sprachlos ob der Dimensionen dieses Raumes der Höhle. Der Reiseführer beschreibt sie mit 50 m Höhe, 120 m Länge und 80 m Breite. Gefühlt war der Raum wesentlich größer. Man
betritt ihn relativ weit oben und gewinnt daher schnell einen Eindruck von der Größe. In zahllosen Treppen und Aussichtsplattformen windet sich der Pfad der Führung hinab bis zum Plateau. Der gesamte Raum ist mit
atemberaubenden Formationen angefüllt, die sich scheinbar gegenseitig übertreffen wollen. Die zentrale Formation der Höhle erinnert in der Tat stark an die “Madonna mit Jesuskind”. Immer neue Ausblicke auf die Höhle
erschließen sich und man ist von der Natur überwältigt. Gegen Ende der Führung tauchen noch einige Formationen auf, denen man angenehm klingende Töne entlocken kann. Der Pfad windet sich dann wieder nach oben. Wie
durch Fenster kann man von hier immer wieder durch Spalten in der Wand in die “Cathedrale Souterrain” blicken. Zu guter Letzt gelangt man durch einen engen Gang wieder zurück zum Schrägaufzug. Wenn man nach der
Ausfahrt vom gleißenden Tageslicht geblendet wird, fühlt man sich, als sei man den Minen von Moria aus dem “Herrn der Ringe” entstiegen. Die gesamte Führung dauert ca. eine Stunde, ein warmer Pullover ist
unbedingt empfehlenswert. Auch wenn 8 Euro Eintritt (2007) pro Person zunächst teuer erscheinen - Sie bekommen wesentlich mehr geboten, als Sie bezahlen! Die Höhle liegt nördlich von Montpellier (ca. 50 km) nahe
des Ortes St. Bauzille de Putois (ein paar Kilometer südlich von Ganges).
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